Was sollten Sie vor einer Herzoperation wissen?

Untersuchungen im Vorfeld einer Herzoperation

Ihre Krankengeschichte sowie die körperliche Untersuchung, insbesondere von Herz, Lunge und Gefäßen geben erste Hinweise für mögliche Risiken und notwendige weitere Untersuchungen. Zum Standard vor Operationen gehören ferner Routinelaboruntersuchungen, die erkennen lassen, ob Leber und Niere regelrecht arbeiten; gleichzeitig wird Kreuzblut für die Bereitstellung von Blutkonserven abgenommen und das Blut auf durchgemachte Infektionen mit HIV und Hepatitis untersucht. Wenn eine Operation elektiv(=geplant) durchgeführt werden soll, ist gegebenenfalls eine Eigenblutspende zu erwägen. Ein aktuelles EKG sowie ein Röntgenbild des Thorax gehören ebenso zur notwendigen Routine vor einem chirurgischen Eingriff.
Natürlich müssen die Untersuchungsergebnisse, die zur Op-Indikation geführt haben, vorliegen: vor einem herzchirurgischen Eingriff namentlich

Bei Verdacht auf stattgehabte Ischämien (Durchblutungsstörungen), z.B. einem Schlaganfall, oder bei auffälligen Untersuchungsbefunden, z.B. Gefäßgeräuschen, besteht ein erhöhtes Risiko für perioperative (vor, während und nach der Operation auftretende) Durchblutungsstörungen. In diesen Fällen müssen weitere therapeutische Möglichkeiten frühzeitig durch eine

Vor Bypass-Operationen sind im Hinblick auf die benötigten Bypasses weitere Überlegungen wichtig: Bei venösen Gefäßleiden (=Krampfadern) können mitunter keine geeigneten Venen für eine Bypassoperation gefunden werden, so daß nach Alternativen gesucht werden muss. Bei einer arteriellen Verschlusskrankheit an den unteren Extremitäten muß eine mögliche verzögerte Wundheilung bedacht werden. Diese Überlegungen in bezug auf die Wundheilung sind in besonderem Masse auch bei Diabetikern und stark übergewichtigen Patienten zur Operationsplanung von Bedeutung.
Floride Infektionen oder offene Wunden stellen immer eine Kontraindikation für einen elektiven Eingriff dar, da sich hieraus schwere Wundheilungsstörungen ergeben können. Hier muss eine Abheilung abgewartet werden. Es müssen daher eventuell Befunde vom

Checkliste


Zur Aufnahme an der Ambulanz der I. Chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Wien-Lainz bitte ich Sie, die erforderlichen Befunde mitzubringen:
Besprechen Sie die Vollständigkeit der Befunde auch mit dem Hausarzt oder dem Kardiologen. Falls die Befunde nicht vollständig vorhanden sind, können wir Sie möglicherweise nicht aufnehmen. Oder die Operation verzögert sich, weil die Befunde nicht komplett sind, weil es noch Entzündungsherde in Ihrem Körper gibt, die entfernt werden müssen (kranke Zähne, Nasennebenhöhlen, ...)
Zur Überprüfung der Vollständigkeit Ihrer Befunde und zur weiteren präoperativen Vorbereitung (eventuell Eigenblutspende) bitten wir Sie, sich unter Mitnahme aller Befunde ehebaldigst in der Präanästhesieambulanz nach tel. Voranmeldung vorzustellen.
(80110/ 2761.)

Die folgend e Checkliste soll Ihnen helfen, die Vollständigkeit der Befunde zu überprüfen. Wenn es Fragen gibt, rufen Sie an oder senden Sie eine e-mail.

Befunde, die mitzubringen sind
Bypass-Op
Klappen-Op
Aorten-
aneurysma-Op
Thorax-Röntgen
X
X
X
EKG
X
X
X
Herzkatheter
X
X
 
Herz Echo
X
X
X
Stress Echo
 
 
 
Thallium Szintigramm
 
 
 
Carotis Duplex
X
X
X
Lungenfunktion
X
X
X
Beinarterien Duplex
 
 
 

Laborparameter

X
X
X
Gerinnung
X
X
X
HNO
 
X
X
Neurologe
 
X
X
Zahn
 
X
X
Augen
 
X
X
Gynäkologie
 
X
X
Urologie
 
X
X



Vorbereitung auf eine Herzoperation

Wer sich entschieden hat, etwas zu tun, und an nichts anderes denkt, überwindet alle Hindernisse.

Giacomo Girolamo Casanova


Aufgrund Ihrer Erkrankung hat man Ihnen geraten, eine Operation am Herzen durchführen zu lassen. Solche Operationen werden jedes Jahr zu Tausenden durchgeführt und sind für uns Chirurgen Routine und Alltag. Aber Sie erleben diese Situation in aller Regel zum ersten Mal. Obwohl die Sie behandelnden Ärztinnen und Ärzte Ihnen erklärt haben, warum die Operation/der Eingriff durchgeführt werden soll und wie in etwa der Ablauf sein wird, sind sicherlich noch viele Fragen offen, z.B.

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie konnte nachgewiesen werden, daß Patientinnen/ Patienten, die sich gezielt auf eine geplante Operation am Herzen vorbereitet haben, mit besseren Voraussetzungen in die Operation gegangen sind und diese auch besser überstanden haben.
Für die anstehende Operation werden Sie in die Warteliste aufgenommen. Sie können sich über die Operation in einem Gespräch mit Ihrem Chirurgen in dessen Ordination und auf der Herz-Homepage www.herz.at informieren. Es ist möglich, daß Sie trotz eines oder mehrerer Gespräche mit Ihren behandelnden Ärzten noch Fragen haben, über die Sie einmal sprechen möchten. Die Homepage ist kein Ersatz für ein persönliches Gespräch mit dem Arzt. Sie ist nur eine Ergänzung.
Es kommt recht häufig noch zu Wartezeiten von mehreren Wochen oder gar Monaten, bevor die geplante Herzoperation dann tatsächlich durchgeführt werden kann.
In der Zwischenzeit verbringen die Betroffenen eine Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Die Zeit wird als quälend lang empfunden und belastet alle Beteiligten. Die oben genannte Studie hat gezeigt, daß diese Zeit sinnvoll genutzt werden kann.

1. Es kann in dieser Zeit eine gezielte Vorbereitung auf die geplante
Operation stattfinden, indem z.B. über den Ablauf informiert wird, die
Atemtechnik und Brustkorbbeweglichkeit gefördert wird, Risikofaktoren für die Operation abgebaut werden (z.B. Gewicht), Ängste durch Gespräche und Entspannungstechniken reduziert werden und bei allem auch die Angehörigen mit einbezogen werden (siehe www.herz.at ).

2. Bereits in dieser Phase kann der Grundstein für eine sinnvolle
Lebensstiländerung (siehe www.herz.at ). in der Zeit nach der Operation gelegt werden. Neben Operation und Medikamenteneinnahme können die meisten Patientinnen und Patienten durch Verbesserung der sogenannten Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Umgang mit belastenden Situationen, Fettstoffwechselstörungen, Zucker, Übergewicht, Rauchen, Bewegungsmangel) den Verlauf der Erkrankung
(Herzkranzgefäßerkrankung) günstig beeinflussen.

3. Nach der Operation können bereits vorher begonnene Maßnahmen im Rahmen der Rehabilitation und der ambulanten Herzgruppen fortgesetzt werden (siehe www.herz.at ).

Ich möchte Sie so gut wie möglich vorbereiten auf das, was geschehen wird, und Sie auch auf weitere Punkte aufmerksam machen, die in diesem Zusammenhang wichtig sind.

Wartezeit, Aufnahme- und Op-Termin

Ist die Entscheidung zur Operation gefallen, folgt in der Regel eine Wartezeit. Diese ist darauf zurückzuführen, daß die Zahl der zu operierenden Patienten die Operationskapazität übersteigt.
In dringenden Fällen - alleine aus medizinischen Gründen - wird die Operation sofort durchgeführt bzw. die Wartezeit verkürzt. Haben Sie bitte Verständnis.
Wir sind bemüht den Aufnahmetermin einzuhalten, trotzdem kann es manchmal kurzfristig zu Verschiebungen Ihres Aufnahmetermines kommen. Im schlimmsten Fall sind wir - Gott sei Dank selten- gezwungen, sie am geplanten Tag nicht aufzunehmen und die Aufnahme etwas zu verschieben..
Wenn Sie diesen Termin aus persönlichen Gründen nicht wahrnehmen können, bitten wir um Ihre telefonische Benachrichtigung unter der Telefonnr. 80110/2390.
Für den Fall, daß Sie Thrombo ASS oder Aspirin einnehmen, ist dieses 8 Tage vor dem Aufnahmetermin abzusetzen. Alle anderen Medikamente sollen Sie weiter nehmen!
Der Patient wird vor einem elektiven (planbaren) operativen Eingriff am Herzen einen oder mehrere Tage vor der Operation stationär aufgenommen. Im Vorfeld müssen neben der Diagnostik, die zur Op-Indikation geführt hat, Erkrankungen weiterer Organsysteme, die bei Herzkrankheiten oftmals gleichzeitig auftreten (Komorbidität) und die zusätzliche Op-Risiken darstellen können, erkannt und abgeklärt werden. Dazu gehören neben dem Herz vor allem der Verdauungstrakt, die Nieren und besonders das Gefäßsystem. Aus diesem Grund ist eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachdisziplinen besonders wichtig.

Der Tag vor der Operation

Wenn die Op-Indikation (Notwendigkeit der Op) gestellt wurde, alle eventuellen Risiken gründlich erwogen sind, kann die eigentliche Vorbereitung auf den operativen Eingriff erfolgen. Dazu gehört zunächst eine gründliche Aufklärung des Patienten über den geplanten Eingriff. Dieser bestätigt mit seiner Unterschrift, dass er ausreichend informiert wurde und mit dem geplanten Vorgehen einverstanden ist.
Das Op-Gebiet wird, falls erforderlich rasiert, danach wäscht sich der Patient gründlich. Alle Patienten erhalten zudem ab dem Op-Tag eine antibiotische Therapie für die Dauer von 48h. Dies reduziert das Auftreten von Wundinfekten. Eine Schlafmedikation am Vorabend der Operation gehört zum Standard, damit durch die ungewohnte Situation vor der Operation kein unnötiger Stress für den Patienten entsteht und dieser ruhig in die Operation gehen kann.

Was kann ich selbst zur Vorbereitung tun?

Der eine wartet, daß die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an - und handelt.
Dante Alighieri

Zur Reduktion des Risikos von Komplikationen bei geplanten Eingriffen kann der Patient selber einen Teil beitragen:

Hilfsangebot

Schmerz, der nicht spricht, erstickt das volle Herz und macht es brechen.

William Shakespeare

Sie werden der bevorstehenden Operation mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen. Einerseits werden Sie sie kaum erwarten können, andererseits aber werden Sie auch mit Unbehagen daran denken. Diese Stimmung kann Ihr tägliches Leben beeinflussen. Das betrifft nicht nur Sie selbst, auch Ihre Familienangehörigen, Partner und Freunde sind von dieser Spannung betroffen.
Die Betroffenen möchten oft so weit wie möglich aufeinander zugehen. Eine Herzoperation ist nicht nur eine körperliche Angelegenheit. Es ist auch ein Ereignis, das das Verhalten Ihrer direkten Umgebung belasten kann. Während der Zeit, in der Sie auf der Warteliste stehen, während Ihres Krankenhausaufenthalts und nach Ihrer Entlassung können sich Fragen ergeben, die im Zusammenhang stehen mit:

Deshalb arbeiten neben den medizinischen, pflegerischen und physiotherapeutischen Mitarbeitern auch ein Seelsorger und ein Sozialarbeiter in unserer Klinik. Sollten Sie den Wunsch haben, mit einem oder mehreren von ihnen zu sprechen, so können Sie während der Wartezeit oder Ihrer stationären Zeit telefonisch mit ihnen in Kontakt treten.

Katholische Seelsorge
Pater Alois Kummer, Pater Franz Lachinger
Tel: 80110/2206, 2340, 3209

Evangelische Seelsorge
Diakon Karl Weinberger, Jutta Aschauer, Gabriele Menzel
Tel: 80110/3157
Kapelle: Pavillon IV, Parterre



Allgemeine Information

  • Aufnahme

  • Sie kommen an die Pflegestation der I. Chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Wien-Lainz, Station 76, 80 oder 105. Bevor Sie jedoch zur Station gehen, werden Sie in derAmbulanz in der Zeit von 8.30 Uhr bis 9.00 Uhr erwartet. Informationen über das Krankenhaus, Erreichbarkeit und anderes Nützliches erfahren Sie auf der Homepage des KH Wien-Lainz.
    Bei der Aufnahme werden alle Formalitäten erledigt, und danach wird man Sie mit der Station vertraut machen. Bringen Sie bitte zur Krankenhausaufnahme Ihre Medikamente mit, damit der Arzt weiß, welche Medikamente Sie einnehmen. Aufgrund dessen kann er entscheiden, welche Medikamente Sie weiter verwenden sollen und welche Sie absetzen können.
    Bei der Aufnahme werden Sie auch nach der Telefonnummer Ihrer Familie am Tag der Operation gefragt. Sobald der Eingriff beendet ist, wird Ihre Familie angerufen, um sie über den Verlauf der Operation zu unterrichten und ihr zu sagen, ab wann Sie Besuch empfangen dürfen.
    Vor der Operation findet ein ausführliches Gespräch mit dem Chirurgen statt. Wenn Sie noch Fragen haben, so zögern Sie nicht und stellen Sie diese. Es ist positiv, ein Familienmitglied oder den Partner mitzubringen. Er kann am Gespräch teilnehmen, damit auch er weiß, was mit Ihnen geschieht.

  • Vorbereitung

  • Vor der Operation finden noch einige Untersuchungen statt, u.a. ein Elektrokardiogramm (ein EKG). In den ersten Tagen nach der Operation werden Sie auf die Intensivstation verlegt.
    Sie werden viele Mitarbeiter der Station kennenlernen, beispielsweise den Chirurgen, der Sie operieren wird.
    Ein Physiotherapeut wird Ihnen etwas über seine Behandlung nach der Operation erzählen: Richtiges Atmen und kräftiges Seufzen sind Grundbedingungen. Durch die Lungen findet die Sauerstoffaufnahme des Blutes statt. Der Physiotherapeut wird mit Ihnen Atmungsübungen machen, damit Sie nach der Operation wissen, was von Ihnen erwartet wird, denn möglicherweise ist das Atmen mit einer Wunde auf der Brust schmerzhaft.
    Am Nachmittag vor der Operation wird der Anästhesist mit Ihnen sprechen. Dieser Arzt narkotisiert (betäubt) Sie und ist für Ihr körperliches Wohlbefinden während und kurz nach der Operation verantwortlich. Er wird Ihnen erzählen, wie Sie einschlafen werden und wo Sie wach werden. Darüber hinaus wird er mit Ihnen vereinbaren, welche Medikamente Sie in der Nacht vor der Operation erhalten werden. 

  • Weitere allgemeine Vorbereitung

  • Aus hygienischen Gründen wird das Operationsgebiet enthaart.
    Sie erhalten ein Abführmittel, damit Ihr Stuhlgang einfacher wird. Sie können bis 24.00 Uhr ohne Einschränkung essen und trinken.
    Am Abend vor der Operation duschen Sie sich mit Hibiscrup, einer alkoholhaltigen flüssigen Seife.
    Am Tag der Operation werden Sie morgens um ca. 6.00 Uhr geweckt. Ungefähr um 7.00 Uhr erhalten Sie eine Injektion zur Vorbereitung auf die Narkose. Durch die Spritze werden Sie ruhig und ein kleines bißchen träge. Der Op-Gehilfe bringt Sie in den OP. Dort wird der Anästhesist Sie weiter betreuen.
    Manche Patienten werden erst im Laufe des Tages operiert. Dann wird die Schwester Sie informieren, wann Sie in den OP gebracht werden können. Die Wartezeit können Sie selbstverständlich zusammen mit Ihrer Familie verbringen.

  • Nach der Operation

  • Nach der Operation werden Sie auf die Intensivstation gelegt. Sie werden hier sehr intensiv überwacht und gepflegt. Es gibt viele technische Instrumente und Apparate, die zur ständigen Kontrolle der Temperatur, des Herzschlags und des Blutdrucks notwendig sind. In der ersten Zeit sind Sie an einer Beatmungsmaschine angeschlossen. Dieses Gerät übernimmt Ihre Atmungsfunktion. Sie können deshalb nicht selbst atmen, husten oder sprechen.
    Wir bemühen uns, Sie in den ersten Tagen nach der Operation durch dieselbe Schwester/denselben Pfleger zu betreuen. Die Erfahrung zeigt, daß das sowohl für den Patienten als auch für Pfleger oder Schwester am angenehmsten ist.
    Auf der Intensivstation sind ständig spezialisierte Ärzte anwesend. Hier liegen vor allem Patienten die an ihrem Herzen operiert wurden.
    Nach der Operation wird der Chirurg Ihre Familie anrufen, um sie über den Verlauf des Eingriffs zu informieren. Er wird ihr auch sagen, wann ein erster Besuch möglich ist.
    Um Sie nicht zu sehr zu ermüden, sind kurze Besuche ratsam. Pro Patient sind nur zwei Besucher erlaubt. Es kann allerdings gewechselt werden.
    Sowohl tagsüber als auch nachts kann sich Ihre Familie/Ihr Partner über Ihren Gesundheitszustand informieren. Das ist auch telefonisch möglich. Es ist wünschenswert, in der Familie eine Person mit der Aufgabe zu betrauen, die Besuche zu koordinieren und in Kontakt mit dem Krankenhaus zu stehen.
    Die Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin hat zwei Intensivstationen:
    HERZINTENSIV, Tel: 80110/2400: Pav. VI, 2. Stock:

    Besuchszeiten:
    Montag bis Freitag: 17.00 - 18.00 Uhr
    Samstag und Sonntag: 14.00 - 15.00 Uhr
    IBST 1, Tel: 80110/2711: Pav. VII, Parterre:

    Besuchszeiten:
    Montag bis Sonntag:17.00 - 18.00 Uhr

  • Auf der Pflegestation

  • Wenn Sie auf dem Wege der Besserung sind, werden Sie in die "Intermediate Care" Station verlegt. Dort wird im wesentlichen nur noch Ihr Herzschlag und Ihr Blutdruck kontrolliert. Auf dieser Station liegen sowohl Frauen als auch Männer.

    An der 1.Chirurgie haben wir zwei Überwachungszimmer:
    Pav. VI, 2. Stock, Saal 80, Tel: 80110/2406
    Pav. VII, 2. Stock, Saal 105, Tel: 80110/2410
    Besuchszeiten: 13.30 - 15 Uhr und 17.30 - 19 Uhr
    Auch hier bitten wir um nicht mehr als zwei Besucher.

    Ab dem Zeitpunkt, an dem keine spezielle Kontrolle mehr notwendig ist, werden Sie in ein Patientenzimmer der Pflegestation verlegt. Hier finden Sie wieder den gewohnten Tages- und Nacht-Rhythmus vor. Eine grundsätzliche Änderung besteht auch darin, daß nicht mehr während des ganzen Tages ein Pfleger oder eine Schwester bei Ihnen ist. Sie können wieder normal essen, Sie erhalten Ihre eigene Diät und Sie müssen aufstehen, auch dann, wenn Sie sich müde fühlen. Für Ihre Genesung ist es wichtig, daß Sie sich nun wieder bewegen.
    Sie sollten allerdings nicht zu sehr ermüden. Achten Sie deshalb darauf, daß Ihr Partner, eventuell Ihre Kinder berücksichtigen, daß nicht mehr als zwei Personen zur gleichen Zeit um Ihr Bett herumstehen sollten.

    Ein Chirurg wird Sie jeden Tag besuchen. Wenn Sie Fragen zur medizinischen Versorgung haben, können Sie sich an ihn wenden.

  • Physiotherapie

  • Eine Physiotherapeutin kommt bereits am ersten Tag nach der Operation zu Ihnen auf die Intensivstation. In erster Linie müssen Sie und sie dafür sorgen, daß die Atmung wieder so gut wie möglich in Gang kommt.
    Wenn Sie nicht mehr beatmet werden, müssen Sie selbst den Schleim abhusten. Ihre Lungen werden auch durch ein richtiges und vor allem tiefes Ein- und Ausatmen wieder trainiert. Das Funktionieren Ihrer Lungen ist ausschlaggebendes Kriterium dafür, ob Sie wieder auf die Pflegestation verlegt werden können.
    Wenn Sie dann wieder auf der Pflegestation liegen, wird das Übungsprogramm umfangreicher. Nach den ersten bereits erwähnten Atmungsübungen kommen ständig Körperbewegungen hinzu: Sie beginnen mit dem Laufen im Zimmer, danach auf der Station und später werden Sie dann Treppen auf- und absteigen. Sobald Sie dazu in der Lage sind, üben Sie im Übungsraum, eventuell zusammen mit den anderen Patienten. Die Physiotherapeutin widmet ihre Aufmerksamkeit insbesondere der Atmung und Haltung, der Beweglichkeit der Gelenke und Ihrer Ausdauer.
    Durch die Physiotherapie entdecken Sie, was Sie selbst können. Dadurch bekommen Sie Selbstvertrauen.

  • Krankenhaus

  • Patienten, die vor ihrem Aufenthalt an der I. Chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Wien-Lainz in einem anderen Krankenhaus gelegen haben und dort von einem Kardiologen behandelt wurden, werden manchmal wieder in Ihr "eigenes" Krankenhaus zurücküberwiesen. Dies geschieht bei normalem Verlauf ungefähr eine Woche nach der Operation. Der Kontakt zu Ihrer Familie und zu Ihrem Besuch wird dadurch meistens um einiges einfacher.
    Sie werden mit einem Krankenwagen in Ihr Krankenhaus gebracht. Es werden Ihnen alle erforderlichen Unterlagen für Ihre weitere Behandlung mitgegeben.

  • Entlassung

  • Von der I. Chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Wien-Lainz werden Sie an den überweisenden Arzt (und/oder das überweisende Krankenhaus) mittels Arztbrief zurücküberwiesen. Dort wird ihre weitere Behandlung übernommen.
    Die ambulante Betreuung in der I. Chirurgischen Abteilung im Krankenhaus Wien-Lainz beinhaltet Kontrolluntersuchungen. Sie beschränken sich auf rein chirurgische Aspekte und werden stets in Abstimmung mit ihrem behandelnden Arzt durchgeführt.

  • Ihr Beitrag zur Genesung

  • Wenn wir nicht länger in der Lage sind, eine Situation zu ändern, sind wir gefordert, uns selbst zu ändern.

    Viktor Emil Frankl

    Bei ihrer Entlassung werden ihnen Verhaltensregeln mitgegeben, die Sie befolgen sollten - Ihr Beitrag zur Rehabilitation zu Hause.
    Es ist wichtig, die täglichen Aktivitäten regelmäßig zu erledigen. Am Anfang ist das möglicherweise ein wenig schwierig. Sie sind schnell müde und Sie schlafen schlecht. Wenn Sie sich darüber Sorgen machen, sollten Sie dies mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen.
    Die Rehabilitation zielt darauf ab, Sie wieder genauso stark zu machen wie vor der Krankheit. Das ist nicht immer einfach. Es kommt auch schon mal vor, daß Sie die gut gemeinte Aufmerksamkeit Ihrer Umgebung als zu große Einschränkung empfinden. Andererseits können Ihnen andere das Gefühl vermitteln, zu wenig Verständnis für Sie zu haben, wenn sie Sie zum Beispiel anspornen, tapfer zu sein und Ihre alte Arbeit wieder aufzunehmen.

  • Rehabilitation?

  • Die Anschlußheilbehandlung (AHB) oder Anschlußrehabilitation ist eine Weiterführung der stationären Krankenhausbehandlung. Sie findet auch unter stationären Bedingungen statt, meistens im Anschluss an einen Klinikaufenthalt. Die Formalitäten werden von der Stationsschwester während Ihres Aufenthaltes erledigt und Sie selbst werden von Ihrer Versicherungsanstalt über den Ort und das Datum informiert.
    Ziel der Rehabilitation ist es, dass der Patient mit seiner chronischen Erkrankung leben lernt. Er soll letztlich Spezialist in eigener Sache werden = Koproduzent der eigenen Gesundheit!!
    Voraussetzung für die Aufnahme eines Patienten zur Anschlußheilbehandlung in einer Herz-Kreislauf-Rehabilitations-Klinik ist eine erfolgreiche Frühmobilisation im Akutkrankenhaus. Hohes Alter ist keine Gegenanzeige, wohl aber Gebrechlichkeit, sehr schlechter Allgemeinzustand und/oder andere schwere, sehr beeinträchtigende Erkrankungen. Für 90 % aller Herz-Gefäß-Patienten kommt eine Anschlußheilbehandlung in einer Rehabilitationsklinik in Frage.
    Die Anschlußheilbehandlung stellt einen klinisch-stationären Aufenthalt dar, das heißt, sie unterscheidet sich wesentlich von dem, was man sich üblicherweise unter einer Kur vorstellt. Die Ziele sind:

    Gesundheitserziehung ist ein wichtiger Bestandteil des Programms und wird erzielt durch individuellen - oder Gruppenunterricht. Die Unterrichtsthemen sind:


    Auch der Partner und die Familie können und sollen an der Beratung teilnehmen.

    Man muß es mit dem Glück halten wie mit der Gesundheit: es genießen, wenn es günstig, Geduld haben, wenn es ungünstig ist, und zu gewaltsamen Mitteln nur im äußersten Notfall greifen.

    La Rochefoucauld


    Manche opfern ihre Gesundheit, um reich zu werden. Dann opfern sie wieder diesen Reichtum, um gesund zu werden.

    John Priestley